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Gut zu wissen - Fachinformationen zum Thema Teich

Fakten Kupfer

18.11.2010

Keine Angst vor Kupfer

Offensichtlich ist mal wieder die Zeit im Markt der Teich- und Aquaristik-Branche Informationen über das Thema Kupfer zu platzieren.

Viele der sich im Augenblick in Umlauf befindlichen Artikel oder „News“ sind unseriös und in höchstem Maße unzutreffend. Aus rein ökonomischem Antrieb wird wieder einmal die Wissenschaft missbraucht um unter Händlern und Anwendern von Biozid-Produkten Unsicherheit zu verbreiten oder sogar Panik zu schüren.
Die als unbedenklich und sicher angebotenen Biozidalternativen stammen aus dem Bereich bedenklicher Pflanzenschutzmittel oder synthetischer (künstlich hergestellter) Chemikalien mit noch ungeklärtem Risikopotential. Viel mehr Möglichkeiten sind von Seiten der Europäischen Biozid-Gesetzgebung nicht mehr zugelassen.
Kupfer ist in unterschiedlichsten Verbindungen auf unserem ganzen Planeten allgegenwärtig und der gesamte, lebende Kosmos hat sich nicht nur darauf eingestellt, sondern ist sogar auf dieses Spurenelement angewiesen.

Ohne KUPFER – kein Stoffwechsel – kein Leben.

  • Beispiel I: Stickstoffabbauende Mikroorganismen (Filterbakterien) können ohne Kupfer keine Schadstoffe abbauen.
  • Beispiel II: Jährlich werden weltweit mehr als 10.000 Tonnen Kupfererze abgebaut, für den menschlichen Alltag verarbeitet und nutzbar gemacht.

KUPFER  wird Tiernahrung bewusst zugesetzt

Herkömmlicher Tiernahrung, insbesondere Fisch und Hundefutter, wird Kupfer in Mengen von bis zu 20mg/kg als Futtermittelzusatzstoff zugesetzt und ist letztendlich zum natürlichen Kupfergehalt der Inhaltsstoffe zu addieren.

KUPFER ist im Öko-Landbau zugelassen und kennt keine Alternativen

In der EU-Bioverordnung (EG 834/2007, Anhang II) ist Kupfer im Bereich des ökologischen Pflanzenschutzes als Fungizid zugelassen. Im Weinbau wird Kupfer seit über 100 Jahren eingesetzt.
Zitat:
„Als natürlich vorkommender Mikronährstoff und Pflanzenschutzstoff wird Kupfer seit über hundert Jahren eingesetzt. Der Verzicht auf Kupfer würde derzeit für viele ökologische Kulturen und Öko-Betriebe das Aus bedeuten und die Rückumstellung auf konventionellen Landbau – der im Übrigen ebenfalls Kupfer einsetzt – herbeiführen. Mögliche, negative Wirkungen des Kupfereinsatzes müssen daher in Zusammenhang einer Gesamtbilanz der Umweltwirkungen beider Systeme betrachtet werden. Diese Bilanz fällt nach wie vor eindeutig positiv für den ökologischen Landbau aus. Die Verbraucher machen daher alles richtig, wenn sie nicht nur ihrer Gesundheit, sondern auch der Umwelt zuliebe weiterhin Bio-Produkte kaufen.“
(Demeter: Anwendung von Kupfer im ökologischen Landbau, Information für Verbraucher, Verarbeiter und Händler, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Berlin 5.11.2008).

KUPFER ist nicht giftig

Kupfer und Kupfersulfat haben gemäß Chemikalien- und REACH-Verordnung keine giftigen Eigenschaften. Alle Biozidprodukte der Söll GmbH werden sowohl bei der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) als auch beim BfR (Bundesamt für Risikobewertung) angemeldet und erhalten eine Registrierungsnummer. So ist sichergestellt, dass sämtliche Daten in den Giftnotrufzentralen zur Verfügung stehen, sollte es zu drastischen Fehlanwendungen, wie z.B. den Verzehr von Bioziden durch Kinder kommen.

Die Söll GmbH verwendet Kupfersulfat BIOGRADE

Seit 15 Jahren täglich im Einsatz und bestens bewährt. Über 1 Million Anwendungen! Wirksam, sicher & verträglich.

KUPFER – essentiell für alle Lebewesen

Im menschlichen Organismus erfüllt Kupfer wichtige Funktionen:
„Kupfer ist Bestandteil vieler Metalloproteine bzw. für deren Enzymfunktion notwendig (Tabelle 1).
Kupferhaltige Enzyme sind von essentieller Bedeutung für den zellulären Energiestoffwechsel (Atmungskette), für die Synthese von Bindegewebe und von neuroaktiven Peptidhormonen (Katecholamine, Enkephaline). Die kupferhaltigen Enzyme Coeruloplasmin und Ferroxidase sind wegen ihrer Fähigkeit, Eisen zu oxidieren, direkt in den Eisenstoffwechsel involviert. Im Nervensystem ist Kupfer für die Myelinbildung von Bedeutung. Die Melaninsynthese ist ebenfalls kupferabhängig.“
(Heseker, 1998) b.w.

Tabelle 1: KUPFER als Cofaktor von Metalloenzymen
Cuproenzym
Funktion
Coeruloplasmin    
Multiple Oxidase-Aktivität, Kupfer-, Eisen-, Mangantransport
Cytochrom-C-Oxidase
Elektronentransport, oxidative Phosphorylierung
Cu/Zn-Superoxiddismutase Antioxidans, Entgiftung von Peroxidradikalen
Dopamin-β-Hydroxylase
Synthese von Katecholaminen
Tyrosinase Melaninbiosynthese
Lysyloxidase Desaminierung von Lysin und Hydrolysin, Quervernetzung von Elastin- und Kollagen-Mikrofibrillen
Thioloxidase Bildung von Disulfidbrücken, z.B. im Keratin
Uratoxidase Abbau von Harnsäure
(nach: Failla et al., 2001; Löffler und Petrides, 2003)

Empfehlung des Bundesamtes für Risikobewertung

Das Bundesamt für Risikobewertung hält eine tägliche Zufuhr von 1,0-1,5 mg Kupfer/Tag (ab 15 Jahre; entspricht 1.000 – 1.500µg!) bei der menschlichen Ernährung als angemessen. Kupfersulfat gehört in diesem Kontext zu den zugelassenen Mitteln (Richtlinie 2001/15/EG vom 15.02.2001; Richtlinie 2002/46/EG vom 10.06.2002). Beispielsweise beträgt die normale Kupferkonzentration im Blutplasma von Menschen 0,8-1,2 µg/ml

Lebensmittel sind bekannt als gute Kupferlieferanten

Gute Kupferlieferanten sind Getreideprodukte, Innereien (Leber und Nieren von Wiederkäuern können besonders hohe Kupfergehalte aufweisen), Fisch, Schalentiere, Leguminosen, Nüsse, Kakao, Schokolade, Kaffee, Tee und einige grüne Gemüse. Die Bioverfügbarkeit des Kupfers darin schwankt zwischen 35 und 70% (D-A-CH, 2000; Fairweather-Tait, 1997; SCF, 1993), (Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln, Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte, Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR-Wissenschaft 04/2004).

Kupfergehalt des Trinkwassers

Als gesundheitlich unbedenklich wird nach derzeitigem Wissen eine mittlere Belastung des Trinkwassers mit zwei Milligramm Kupfer pro Liter Trinkwasser (2 mg/l = 2.000µg/l) angesehen. Diesen Wert hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Leitwert bekräftigt. Er ist ebenso Bestandteil des Entwurfs zur Novellierung der europäischen Trinkwasserrichtlinie (Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, 04/1998).

Kupfer als Biozid: die Dosis-Wirkungs-Beziehung ist entscheidend

Die Möglichkeit des Kupfers schädlich zu wirken hängt von der Konzentration und der Bioverfügbarkeit ab. Gemäß der EHC-Studie über die Umwelteinflüsse von Kupfer der Welt-Gesundheits-Organisation aus dem Jahr 1998 sind bei Konzentrationen kleiner 100µg gelöstes Kupfer pro Liter Wasser hohe Absterberaten an Mikro- und Makroalgen zu erzielen. Erst bei Konzentrationen zwischen 100 und 1000µg gelöstem Kupfer pro Liter Wasser sind auch Fischarten und höhere Organismen betroffen (http://www.inchem.org/documents/ehc/ehc/ehc200.htm).
Die höchste von Söll eingesetzte Kupferkonzentration (AlgoSol® Forte) liegt richtig gerechnet bei 99,5µg gelöstem Kupfer pro Liter Teichwasser. Dabei ist nur ein ganz geringer Teil dieses Kupfers organismenverfügbar! Man muss nämlich wissen, dass die unter Laborbedingungen ermittelten und errechneten Werte rein theoretische Werte sind. Im natürlichen Lebensraum liegen die effektiven Wirkstoffkonzentrationen, welche den Zielorganismus erreichen, immer weit unterhalb der Laborwerte, da ein Teil des in die Natur eingebrachten Biozid-Produkts durch bereits in der Natur vorhandene Stoffe gebunden und somit der Verfügbarkeit für Organismen entzogen wird. Zudem liegt Kupfer in gelöster Form nur kurze Zeit in natürlichem Wasser vor.

Auf den Reinheitsgrad kommt es an

Um höchste Effizienz und Verträglichkeit zu erzielen, muss
Kupfer besonders rein sein. Verunreinigungen mit anderen Schwermetallen sind Auslöser für unerwünschten Nebenwirkungen und Schäden.
Deshalb verwendet die Söll GmbH in ihren Produkten ausschließlich Kupfersulfat der weltweit höchsten Qualitätsstufe Biograde mit einem nahezu 100%igem Reinheitsgrad. Diese Qualität wird z. B. in der Veterinärmedizin eingesetzt und kommt in Salben der Humanmedizin, sowie als Zusatzstoff im Fischfutter (!) zum Einsatz.
Somit stehen wir in der Söll Algenbekämpfung treu zu unserem Grundsatz, höhere Organismen - wie etwa Fische - durch den Einsatz unserer Produkte nicht zu gefährden.